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E-Learning Dossier Ausgabe 2009/06 - Informations- und Medienkompetenz heutiger Studierender?
Wie steht es mit der Informationskompetenz heutiger Studierender?
Prof. Dr. Gabi Reinmann, Universität Augsburg (Interview)
Um die Leistungen der Studierenden auf ein hohes akademisches Niveau zu bringen, um dieses zu halten und um die Studierenden gut vorbereitet in ihr späteres Berufsleben zu entlassen, wurde am Institut für Medien und Bildungstechnologie (imb) an der Universität Augsburg das Projekt «i-literacy» im Rahmen des DFG-Projekts «Aufbau eines IT-Servicezentrums» ins Leben gerufen.
Ziel des Projektes ist es, dass Studierende während ihres Studiums umfassende Fähigkeiten zur kompetenten Nutzung von Information aus traditionellen sowie digitalen Medien zum wissenschaftlichen Arbeiten entwickeln. Zu diesen Kompetenzen gehören neben relevantem Faktenwissen (z.B. korrektes Zitieren, Gliederung von Arbeiten) auch prozedurales Wissen (z.B. Recherchetechniken, Bewertung von Informationen) sowie soziale und kommunikative Fähigkeiten (z.B. Kollaboration in Arbeitsgruppen, Wissenskommunikation).
Diese Bedarfsanalyse wurde anhand eines Online-Fragebogens in der Zeit von November 2007 bis Anfang Februar 2008 durchgeführt. Bei der Erstellung des Fragebogens wurden bereits durchgeführte Analysen anderer Hochschulen berücksichtigt.
Bei der Auswertung über die Informationskompetenz der Studierenden zur Bedarfsanalyse für das Projekt «i-literacy», welche von Frau Nina Heinze erhoben wurde, fällt besonders auf, «dass die Selbstbewertung der Studierenden im Bereich der Informationskompetenz "zu positiv" ist. Nur knapp die Hälfte kann Wissensfragen zur Internetrecherche korrekt beantworten. Weiterhin werden unzureichende Kenntnisse im Bereich der gängigen Internetrecherche-Tools deutlich. Die grössten Defizite zeigen sich in der Informationssuche in Bibliotheksbeständen und Datenbanken. Ausserdem wäre nur die Hälfte der Befragten bereit, ECTS-Kurse zur Erlangung von Informationskompetenz zu belegen, obwohl 99 Prozent diese Eigenschaft als mindestens wichtig bewerten haben.»*
Das CSPC wollte in einem Interview mit Frau Dr. Gabi Reinmann zum einen erfahren, worauf diese fehlende Informationskompetenz bei den Studierenden zurückzuführen sei, und zum anderen, warum den Studierenden die Motivation fehlt, sich diese im Laufe des Studiums überhaupt anzueignen. In Anbetracht der Tatsache, dass man vielerorts an Universitäten und Hochschulen zu ähnlichen Ergebnissen kommt, wollte das CSPC noch wissen, welche Massnahmen zur nachhaltigen Förderung der «digital literacy» oder der Informationskompetenz ergriffen werden müssen, obwohl man längst weiss, dass diese Kompetenzen nur durch Auseinander-setzung, Übung und Reflexion mit Inhalten erworben werden können.
Gabi Reinmann promovierte an der Ludwig Maximilians-Universität München in den Fächern Psychologie, Pädagogik und Psycholinguistik. Zuerst war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin, später als Assistentin am Institut für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie tätig. Ihre Habilitation schrieb sie im Jahr 2000 zum Thema Wissensmanagement. Seit 2001 ist sie Professorin für Medienpädagogik an der Universität Augsburg mit dem Schwerpunkt Wissen, Lernen, Medien (E-Learning/Blended Learning und Wissensmanagement). Sie ist Mitherausgeberin der Reihe «Lernen mit neuen Medien» (Huber Verlag) und der «Zeitschrift fur E-Learning - Lernkultur und Bildungstechnologie» (StudienVerlag). Sie ist u.a. Mitglied im Steering Committee der Gesellschaft fur Medien in der Wissenschaft (GMW). Weitere Infos zu ihrem Blog e-Denkarium: http://gabi-reinmann.de/
*zitiert aus der Zusammenfassung und der Einleitung der Bedarfsanalyse «i-literacy» (Arbeitsbericht 19), S. 3 und S.5-7ff.
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